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Wir wurden bereits mehrfach für den Digital Commerce Award nominiert und haben 2021 den 3. Platz erreicht – was hat sich seitdem verändert?
Luca: Einiges! Die Ansprüche und Anforderungen sind gestiegen sowie hat sich die Marktsituation stark entwickelt. Unsere Wettbewerber schreiten ebenfalls mit Innovationen und neuen Lösungen voran. Deshalb müssen auch wir mit der Entwicklung mitgehen und unsere Dienstleistung ausbauen, um unseren Kunden weiterhin einen Mehrwert anbieten zu können.
Wann hast du zum ersten Mal das Gefühl gehabt: „Dieses Jahr könnte es klappen mit dem Sieg"
Luca: Schon beim ersten Preview sah ich, welchen grossen Schritt wir hier machen würden. Im Verlauf des Projektes sind noch weitere Features hinzugekommen, so dass es sich zu einem wirklich umfangreichen und sehr intuitiv zu bedienenden Ganzen entwickelt, wo alle Prozesse, von der Bestellung über Abwicklung bis hin zum Rezeptmanagement miteinander verbunden und konsolidiert werden konnten.
Was war die grösste Herausforderung auf dem Weg zu diesem Sieg – technisch, organisatorisch oder menschlich?
Luca: Die Abbildung aller Ansprüche, Wünsche und Anforderungen, sei es seitens unserer Kunden bzw. User wie auch der internen Stakeholders. Das war in der Tat ein Kraftakt, die Komplexität zu managen und alle ins Boot zu holen.
Der grösste Mehrwert liegt für mich im integrierten Rezeptprozess. Wir nehmen unseren Kunden administrative Schritte ab und reduzieren damit ihren Aufwand spürbar. Das schafft Freiraum für die Pflege. Gleichzeitig wurde MyPublicare konsequent auf Basis von Kundenfeedback entwickelt, was sich in einer sehr einfachen und klaren Benutzerführung zeigt.
Was genau hat die Jury in der Kategorie "B2B Service- und Prozessintegration" überzeugt - was ist euer Alleinstellungsmerkmal?
Olivier: Ich bin überzeugt: die Konsequenz im Zusammenspiel von Architektur, Prozessen und Zusammenarbeit. Wir haben nicht auf sichtbare Features optimiert, sondern auf stabile, durchgängige Integration im Hintergrund. Genau das ist im B2B-Umfeld entscheidend, weil es direkt die Versorgung beeinflusst. Das Ergebnis ist kein IT-Erfolg. Es ist das Resultat einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Business, Technik, Unchained und unseren Nutzern.
Welche konkrete Integration oder welcher Prozess macht dich besonders stolz?
Olivier: Am meisten stolz bin ich auf die Stabilität der gesamten Prozesskette. Dass Daten konsistent durchlaufen und Prozesse zuverlässig funktionieren, ist die Grundlage für jede sinnvolle Weiterentwicklung.
Für uns ist klar: Wir verschreiben nicht, wir liefern und integrieren uns in bestehende Abläufe. Genau deshalb fokussieren wir uns darauf, Datenqualität, Integration und langfristig auch Interoperabilität Schritt für Schritt aufzubauen.
Es ist eine Anerkennung für die grosse Arbeit und des Teamworks, die dahinterstecken, und die Bestätigung, dass nicht nur wir von der Lösung überzeugt sind, sondern diese auch einen echten Mehrwert für den User bringt.
Welche Rolle hat jede Person im Projekt gespielt - und warum hat die Zusammenarbeit besonders gut funktioniert?
Anita: Der Erfolg war nur möglich, weil alle Beteiligten ihre Rolle konsequent wahrgenommen haben. Unsere Kundinnen und Kunden haben wertvolles, praxisnahes Feedback geliefert. Innen- und Aussendienst haben dieses strukturiert aufgenommen und priorisiert. Unchained hat die Anforderungen in technische Lösungen übersetzt und sehr effizient umgesetzt. Diese klare Rollenverteilung und die enge Abstimmung haben die Zusammenarbeit besonders wirkungsvoll gemacht.
Gab es einen Moment, in dem ihr fast aufgegeben hättet oder umdenken musstet?
Anita: Ein Aufgeben stand für uns nie zur Diskussion. «Geht nicht, gibt’s nicht» war tatsächlich eine gemeinsame Haltung im Team. Natürlich gab es Situationen, in denen wir umdenken mussten – insbesondere bei komplexeren Anforderungen. Entscheidend war, dass wir lösungsorientiert geblieben sind und alternative Wege gesucht haben.
Was habt ihr als Team durch den Prozess gelernt?
Anita: Wir haben als Team vor allem gelernt, wie entscheidend aktives Zuhören ist. Der direkte Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden war zentral, um relevante Bedürfnisse zu verstehen und daraus konkrete Verbesserungen abzuleiten. Ebenso wichtig war es, Feedback strukturiert aufzunehmen und konsequent dranzubleiben. Der Prozess war nicht immer einfach. Es gab Phasen, die viel Energie gekostet haben und in denen nicht alles auf Anhieb funktioniert hat. Entscheidend war, dass wir als Team zusammengeblieben sind, uns gegenseitig unterstützt und bereit waren, die Extrameile zu gehen. Genau dieses gemeinsame Committment hat letztlich den Unterschied gemacht und zu dem Erfolg beigetragen.
Für mich ist der Award eine Anerkennung für viele Dinge, die man nicht sieht. Integration, Datenqualität und Stabilität passieren im Hintergrund, aber genau dort entsteht die Verlässlichkeit, die unsere Nutzerinnen und Nutzer im Alltag brauchen. Und dieser Erfolg gehört dem gesamten Team: unseren Mitarbeitenden, unseren Partnern wie Unchained, unseren Sponsoren und unseren Nutzerinnen, Nutzern, Patientinnen und Patienten.
"Die Trophäe in der Kategorie B2B Service- & Prozessintegration geht an Publicare.
Publicare zeigt, dass sich Komplexität und Klarheit nicht ausschliessen. Das vielschichtige Geschäftsmodell wird digital so abgebildet, dass es zugänglich und strukturiert bleibt. Im Zentrum steht die durchgängige Prozessintegration. Von Bestellung über Abwicklung bis hin zu Patientendokumentation und Rezeptmanagement greifen alle Elemente nahtlos ineinander. Was im Hintergrund komplex ist, wirkt in der Anwendung erstaunlich intuitiv. Eine Lösung, die mitdenkt und sich konsequent weiterentwickelt. Die Jury gratuliert herzlich zum Sieg."
Wie geht es weiter?
Olivier: Der Award ist für uns ein Zwischenschritt. Wir werden unsere Plattform weiterentwickeln, mit Fokus auf stabile Integration, bessere Datenqualität und gezielte Schritte in Richtung Interoperabilität.
Das Schweizer Gesundheitswesen bewegt sich in Richtung standardisierte Datenflüsse, zum Beispiel rund um das EPD. Wir sind heute noch nicht auf diesem Reifegrad, aber wir entwickeln uns bewusst in diese Richtung. Und wir bleiben klar in unserer Rolle: Wir liefern zuverlässig und integrieren uns partnerschaftlich in bestehende Prozesse, als Early Adopter.
Luca: Nach dem Award ist vor dem Award… aber nein, wir entwickeln unsere Angebote natürlich nicht für Wettbewerbe, sondern für echte Kunden. Der Award spornt uns an, weiterhin am System zu arbeiten, es zu perfektionieren, neue Trends oder auch Entwicklungen im Gesundheitswesen zu integrieren um den bestmöglichen, user-zentrierten Nutzen anzubieten.
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