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Pflege mit HerzEindrücke aus der Stoma- und Wundversorgung

02.04.2025

Was passiert eigentlich in der Stomaberatung eines Spitals? Wie sieht der Alltag in der Wundversorgung aus? Genau das wollte ich herausfinden und durfte dafür einen Vormittag im Kantonsspital Aarau (KSA) hospitieren. Zwischen Patientengesprächen, innovativen Behandlungsmethoden und eindrücklichen Begegnungen wurde mir schnell klar: Hier geht es um weit mehr als nur medizinische Versorgung.

Als ich um 7.30 Uhr im Haus 25 des Kantonsspitals Aarau ankam, war ich gespannt, was mich erwarten würde. Ich durfte einen Vormittag lang die Stomaberatung begleiten und gleichzeitig einen Einblick in die plastische Chirurgie und Wundversorgung gewinnen. Gleich zu Beginn wurde ich vom Team herzlich empfangen – eine offene, engagierte Gruppe, die mich sofort mit ihrer Leidenschaft für ihre Arbeit inspirierte.

Nach einer kurzen Einführung erhielt ich meine Arbeitskleidung, und bevor es richtig losging, starteten wir mit einem gemeinsamen Kaffee. Ein Moment der Ruhe, bevor der Alltag auf den Stationen begann.

Unseren ersten Patienten mit Stoma besuchten wir im Zimmer auf der Station – es ging ihm gesundheitlich leider nicht gut. Beeindruckend war für mich, wie die Stoma-Therapeutin das Gespräch mit ihm führte. Da sie seine Muttersprache Italienisch beherrschte, konnte sie sich direkt mit ihm austauschen, seine Sorgen aufnehmen und individuell auf ihn eingehen. In solchen Momenten wird klar, wie wichtig nicht nur die fachliche, sondern auch die menschliche Seite der Pflege ist.

Nach der Versorgung des Patienten ging es weiter zur Wundbehandlung. Die erste Patientin hatte eine Wunde direkt am Fuss. Durch ihre dünne Haut und ständigen Druck muss diese im Alltag entstanden sein. Hier standen die Pflege und Kontrolle der Wunde im Zentrum. Unser zweiter Patient hatte eine grosse, schwer heilende Wunde an der Wade. Hier erfuhr ich etwas für mich Neues: In der Wundabteilung arbeiten sie mittlerweile mit Fischhaut, die die Heilung fördern soll. Bedauerlicherweise war dieser Patient einer der wenigen, der darauf mit einer Entzündung reagierten – die Fischhaut musste nach wenigen Tagen wieder entfernt werden, im Normalfall bleibt sie eine Woche auf der Wunde. Dennoch zeigt diese innovative Methode, wie viel sich in der Wundversorgung tut.

Zum Abschluss durfte ich noch eine Stoma-Sprechstunde begleiten. Die Patientin, die ich dort traf, lebt seit einigen Monaten mit einem Stoma und hatte ihren Weg gefunden, damit umzugehen. Ich fand ihre Positivität und Lebenslust ansteckend, da geht direkt die Sonne auf. Der Termin diente der Kontrolle, aber auch als Gelegenheit, offene Fragen zu klären und Unterstützung zu bieten. Auch spannend zu wissen: Im KSA haben Menschen vor einer Stoma-Operation die Möglichkeit, sich mit ehemaligen Patientinnen und Patienten auszutauschen. Eine wertvolle Gelegenheit, um Sicherheit zu gewinnen und Erfahrungen mit Personen zu teilen, die Ähnliches erlebt haben.

Der Vormittag war für mich sehr lehrreich. Ich habe nicht nur viel über die medizinischen Abläufe gelernt, sondern auch gesehen, wie wichtig Empathie und Kommunikation im Alltag dieser Fachpersonen sind. Ein beeindruckender Einblick in einen Bereich, der oft unterschätzt wird, aber für die Betroffenen eine immense Rolle spielt.

Ein Erfahrungsbericht von Isabelle Erni, Verantwortliche Digital Content
Bildquelle: Kantonsspital Aarau (KSA)

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