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Druckentlastung beim diabetischenFusssyndrom (DFS) und Dekubits
Das diabetische Fusssyndrom (DFS) zählt zu den schwerwiegendsten und folgeschwersten Komplikationen des Diabetes mellitus. Die zentrale Ursache ist die diabetische Neuropathie, die zu einem verminderten Schmerzempfinden und Fussdeformitäten durch abnormale Belastung des Fusses führt – mit teils dramatischen Folgen wie Ulzerationen, Amputationen und eingeschränkter Lebensqualität. Es betrifft jährlich tausende Menschen in der Schweiz und stellt Pflegefachpersonen vor grosse Herausforderungen. (Die wichtigsten Zahlen sind in der Grafik am Ende des Artikels aufgeführt).
Quelle Grafik: Lohmann & Rauscher / Quelle Daten: https://diabeticfootonline.com/diabetic-foot-and-figures/)
Unser Publicare Academy Workshop "Druckentlastung mit Filztechnik", welchen wir gemeinsam mit unserem Partner Lohmann & Rauscher im September 2025 durchgeführt haben, hat zum wiederholten Mal bewiesen, das der Bedarf nach mehr Fachwissen und praktischen Übungen bei Pflegefachpersonen vorhanden ist und von unseren Besucherinnen und Besuchern mit positiven Rückmeldungen bewertet wird.

Erläuterung "Diabetische Neuropathie": bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen Nerven an verschiedenen Körperstellen durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte geschädigt werden. Diese Nervenschädigungen können sowohl die sensorischen als auch die motorischen Funktionen betreffen. Im Bereich der sensorischen Funktion kommt es häufig zu Gefühlsstörungen, wie Taubheitsgefühlen oder Kribbeln, sowie zu Missempfindungen von Schmerzen, die entweder verstärkt oder abgeschwächt wahrgenommen werden. Die motorische Funktion kann ebenfalls beeinträchtigt sein: Durch periphere Nervenschädigungen fallen kleine Muskeln aus, was zu deren Rückbildung führt. Dies kann Fehlstellungen der Zehen begünstigen und die Beweglichkeit sowie das Gangbild negativ beeinflussen.
Erläuterung "Dekubitus": lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes, welche mit Komplikationen wie der Einschränkung der Mobilität und langen Krankheitsphasen verbunden sind und im schlimmsten Fall bis hin zum Tod durch Sepsis führen können.
Therapieziele - mehr als nur Wundheilung
Die Vorträge und Schulung unter Leitung von Dr. med. Andrea Wiedmann vom Kantonsspital St. Gallen und Heiko Krenmayer, Fachreferent/Fachberater Wundversorgung & Kompression, zertifizierter Wundmanager® bei Lohmann & Rauscher, stellte klar: Die Versorgung von DFS-Betroffenen muss ganzheitlich gedacht werden. Die wichtigsten Ziele sind:
Förderung der Wundheilung
Vermeidung von Amputationen
Prävention von Rezidiven
Erhalt der Mobilität und Lebensqualität
Unterstützung eines gesunden Lebensstils
Wiederherstellung sozialer Funktionen (z. B. Arbeitsfähigkeit)
Das Entlastungskonzept
Die Druckentlastung ist die wichtigste von mehreren möglichen Massnahmen bei der Behandlung neuropathischer Fussulzera. Entlastungsmassnahmen sollten so gestaltet sein, dass sie im Alltag unkompliziert und ohne grossen Aufwand umgesetzt werden können. Dabei ist es wichtig, die Beweglichkeit der Patientinnen und Patienten möglichst zu erhalten. Gleichzeitig muss eine vollständige Druckentlastung gewährleistet sein – und zwar unabhängig davon, ob der Patient aktiv mitwirkt oder nicht. Die eingesetzten Materialien sollten eine nachweislich gute Wirkung erzielen und dabei wirtschaftlich sein, um die Anwendung nicht durch zusätzliche Hürden zu erschweren.
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Richtlinien der Entlastung:
Druckumverteilung
Stützen durch Abstandshalter
Aussparung als Ergänzung
Pronation / Supination
Fixierung
Die Filztechnik mit Distanzpolstern (oder Fussrückenpolstern) und Fixierung mit Klebevlies bietet hier eine besonders praktikable Lösung und kann bei folgenden Lokalisationen angewendet werden: Krallenzehe, IP Gelenk D2-4 dorsal, Interdigital, PIP Gelenk plantar, D1 medial, MTK 1 plantar, MTK 2 oder 3, MTK 4-5, Fussaussenrand, Hallux-Wunde, Malleolus lateral (Dekubitus), Schienbeinkante, Tibialis anterior Sehne, Ferse lateral, Trochanter.
Sie möchten die Highlights der Gruppenarbeiten sehen, hierhaben wir sie für alle Interessenten zusammengefasst.
Feedback der Teilnehmer:
Ein Highlight des Workshops war das eingespielte Dozententeam, dessen langjährige Erfahrung und spürbare Begeisterung für das Thema von den Teilnehmenden besonders geschätzt wurde. Die praxisorientierte Gestaltung des Kurses ermöglichte intensives Üben und den direkten Transfer in den Berufsalltag. „Das praktische Üben war sehr spannend – davon konnte ich am meisten profitieren“, lautete eine der vielen positiven Rückmeldungen. Auch die konkreten Alltagstipps und anschaulichen Fallbeispiele fanden grossen Anklang. Neben dem fachlichen Input sorgten eine angenehme Atmosphäre und gute Verpflegung dafür, dass auch der Spass nicht zu kurz kam. Der Kurs wurde als „sehr empfehlenswert“ bewertet – und wird gerne weiterempfohlen.
Alle in der Schulung verwendeten Produkte finden Sie in unserem Webshop:
Artikelnummer | Beschreibung | Packungsinhalt |
LR 50810 | Cellona® Polster 19x38cm weiss | 10 Stück |
LR 138942 | Curafix® H 10cmx10m | 1 Rolle |
LR 139080 | Suprasorb® P sensitive border lite 5x5cm | 10 Stück |
LR 139081 | Suprasorb® P sensitive border lite 5x10cm | 10 Stück |
COR 0001 | CORYT PROTECT 100ml | 1 Flasche |
COR 0002 | CORYT DESQUA 100ml | 1 Flasche |
BB BC324R | AESCULAP® Chirurgische Schere spitz/stumpf 14.5cm | 1 Stück |
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