Wissensreihe #Wund: Unsere Haut

Möchten Sie mit einfachen Worten lernen, was es mit Themen rund um die Wunde auf sich hat? Egal ob Sie betroffen, angehörig, in Ausbildung sind oder ihr Wissen einfach auffrischen möchten – hier in unserem Publiwiki sind Sie richtig. Starten Sie heute mit unserer ersten Ausgabe und bauen Sie mit unserer regelmässigen Wissensreihe ihren Wissensstand auf. Wir beginnen mit den Basics und steigern uns auf Profi-Level. Erfahren Sie Tipps und Tricks von unseren erfahrenen Wundexperten, die ihre Erfahrungen persönlich in der Praxis gesammelt haben.

Unsere Haut – ein wahres Multitalent

Wissen Sie, welches Organ des Menschen das grösste ist? Richtig, die Haut. Je nach Körpergrösse und –gewicht beträgt die Hautoberfläche 1,5 bis 2qm. Eine Wahnsinns-Leistung, was unser Körper mit der Erhaltung und Bildung gesunder Zellen sowie der Heilung von geschädigtem oder fehlendem Gewebe tagtäglich zustande bringt.

Unsere Haut ist so vieles zugleich: Schutzschild, Emotionenauslöser, Gefahrenhinweiser, Körpertemperaturregler und Flüssigkeitshaushaltsanzeiger. Sie beschützt uns vor Viren und Bakterien, lässt uns Kälte, Hitze, Schmerz und angenehme Berührungen spüren. Unsere Haut ist ebenso ein Indikator für unser Wohlergehen – trockene Haut oder dunkle Augenringe als Zeichen für zu wenig Flüssigkeitsaufnahme oder eine kräftezehrende Lebensweise sind wohl jedem bekannt. Schwitzen während des Sports oder auch bei Fieber bringt die Körpertemperatur auf ein normales Niveau.

Aufbau der Haut

Die Haut besteht grob gesehen aus drei Schichten, die je nach Körperstelle unterschiedlich dick sind: die Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Corium) und Unterhaut (Subcutis).

Aufbau der Haut Hautschichten

1. Oberhaut (Epidermis)
Starke Schutzfunktion, keine Blutgefässe, Hautpigment Melanin (Sonnenschutz) wird gespeichert, Epidermis erneuert sich innerhalb von 27 Tagen

2. Lederhaut (Corium)
Dicker als die Oberhaut, Blutgefässe, Nervenenden, Zellfasern, Haare, Nägel, Talg-, Schweiss- und Duftdrüsen, verflochtenes Kollagennetz sorgt für Elastizität

3. Unterhaut (Subcutis)
Bindegewebe wird locker, mehr Fettgewebe, Kälteschutz

Wundarten

Drei Kategorien beschreiben die Wundarten resp. ihre Entstehungsursache:

Traumatische Wunden sind
- Mechanische Verletzungen wie Schürfwunden, Blasen
- Thermische Verletzungen wie Erfrierungen, Verbrennungen
- Chemische Verletzungen wie Verätzungen
- Strahlenschäden

Iatrogene Wunden wie OP-Wunden, Laserbehandlungen oder Punktionen sind Hautdefekte, die gezielt zu Untersuchungs- oder Therapiezwecken von der behandelnden Person gesetzt werden.

Wunden werden als chronisch eingestuft, wenn trotz professioneller Behandlung über mehrere Wochen keine Heilungstendenz zu erkennen ist wie z.B. beim Dekubitus oder beim diabetischen Fusssyndrom.

 

 

Quelle: Wundmanagement – Ein illustrierter Leitfaden für Ärzte und Apotheker, Wiltrud Probst und Anette Vasel-Biergans, Stuttgart, 2010.

17.06.2019