Wissensreihe #Stoma: Illeostomie

Heute starten wir mit unserer Wissensreise #Stoma. Es gibt verschiedene Arten von Stomata, zum Beispiel die Illeostomie, die Colostomie und die Urostomie. Als erstes möchten wir Ihnen die Illeostomie erklären und näher bringen.

Ein Illestoma wird angelegt, wenn wegen einer Dickdarmerkrankung ein Dickdarmteil oder der ganze Dickdarm inklusive Schliessmuskel entfernt oder stillgelegt werden muss. Der Stuhl kann dann nicht mehr auf natürliche Weise ausgeschieden werden.

Mögliche Ursachen:

  • Morbus Crohn (chronische entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes)
  • Colitis ulcerosa (chronisch entzündliche Erkrankung der Dickdarmschleimhaut)
  • Divertikulitis mit Perforation (entzündende Ausstülpungen der Darmwand, die in den Bauchraum einbrechen)
  • Familiäre adenomatöse Polypos (Dabei handelt es sich um zahlreich auftretende Polypen im Darm. An sich sind diese Gewebewucherungen gutartig, sie können aber bei jungen Menschen zu Krebs entarten)
  • Krebs
  • Verletzungen
  • Missbildungen bei Säuglingen und Kindern

Die Illeostomie wird meistens im rechten Unterbauch angelegt. Es gibt eine definitive und eine temporäre Anlage. Bei der zeitlich begrenzten Variante werden bestimmte Abschnitte des Dickdarms vorübergehend entlastet und ruhig gestellt. Sie wird ca. für 2 bis 3 Monate angelegt. Allerdings gibt es keine Garantie, dass sie danach rückgängig gemacht werden kann. Bei der temporären Ileostomie wird eine Dünndarmschlinge durch die Bauchdecke nach aussen gezogen, damit sie nach dem Heilungsprozess wieder aneinander gefügt werden kann. Bei der definitiven Ileostomie wird das Ende des Dünndarms durch die Bauchdecke nach aussen geführt und angenäht.

Die Ausscheidungen beim Illeostoma sind dünnflüssig und enthalten aggressive Verdauungsenzyme. Deshalb wird die Stomaöffnung 1 bis 1.5 cm über dem Hautniveau angelegt. So kommt der Stuhl nicht mit der Haut in Berührung, was zu Hautreizungen und Entzündungen führen würde.

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02.03.2020